Der Aderlass nach Hildegard von Bingen wird zu therapeutischen, aber auch zu diagnostischen Zwecken eingesetzt. Das Aderlassblut wird zur Diagnose acht Stunden stehengelassen und mehrmals, d.h. abends und am nächsten Morgen, analysiert.
Die veränderte Farbe sowie das Aussehen des Blutkuchens und des Serums können Hinweise auf Stoffwechselbelastungen, Ernährungsfehler und den Gesundheitszustand des Patienten geben.
Zeigt der Blutkuchen eine stark dunkle Schicht, liegt der Zustand der „Schwarzgalle" vor, der mit Schwermut, Depression und Müdigkeit einhergeht.
Weist der Blutkuchen eine grünliche Schleimschicht auf, so neigt der Patient zu allergischen Erkrankungen im Bereich der Atemwege und zu einer allgemeinen Gewebsazidose (Übersäuerung).
Wichtig ist, dass der Patient zum Zeitpunkt des Aderlasses nüchtern ist, da sonst die Aussagen des Aderlasses verfälscht werden.