Heilpraktikerin Irene Moser rät zu einer vollwertigen Ernährung mit Genuß
FREUDENSTADT (art) Zu keinem Thema gibt es so viele unterschiedliche und falsche Aussagen wie zu Cholesterin" stellte Heilpraktikerin Irene Moser beim Gesundheitsstammtisch der VHS am Freitagabend in Freudenstadt fest.
"Wir wollen keine Gesundheitsspinner, die keine Genüsse mehr kennen", heißt die Prämisse von Irene Moser. Ein wichtiger Ansatz für die Fangemeinde der Heilpraktikerin, zu der sich am Freitag wieder zahlreiche neue Zuhörer hinzugesellten. Fragen sind zwischendurch ebenso erlaubt wie Erfahrungsberichte, denn der Stammtisch ist keine Vortragsveranstaltung. Er soll auch Raum für Gespräch und Gedankenaustausch sein. So kommt man denn schnell vom Thema Cholesterin zum falschen Umgang mit Genussmitteln wie Kaffee und Tee, zur Bedeutung von Vitaminen und ihre heilende, aber auch schädigende Wirkung bei Überdosierung, und zu den von Moser als überflüssig empfundenen Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei erfahren die Anwesenden aber auch, dass der Verzehr von vier bis fünf Walnüssen am Tag und die Einnahme vom Saft einer Zitrone vermischt mit Obstsaft helfen können, die Cholesterinwerte in Grenzen zu halten.
Moser warnt davor "Cholesterin, wie es die Lebensmittelindustrie suggeriert, als Feind zu betrachten". 80 Prozent Cholesterin werden vom Körper selbst produziert, nur 20 Prozent kommen über die Nahrung in den Körper. Cholesterin steckt in allen Zellen, auch in der Gehirnmasse, die zu 17 Prozent aus Cholesterin besteht. Viele lebenswichtige Funktionen sind ohne Cholesterin nicht möglich, ohne könnten auch keine Sexualhormone gebildet werden. Ohne Cholesterol, das die Grundsubstanz der Stereoidhormone ist, würde der Kreislauf zusammenbrechen. Zu wenig davon verursachte Verstopfung und schwäche die Zellfunktion, weshalb eine Senkung nach einer Operation fatal wäre, erklärt Moser. Für einen krankhaft erhöhten Cholesterinwert sei der Stoffwechsel verantwortlich. "Wer einen guten Stoffwechsel hat, braucht sich um Cholesterin nicht zu kümmern", sagt die Fachfrau. "Sie brauchen auch nicht zwischen gutem und bösem Cholesterin unterscheiden, dass tut der Körper selbst", versicherte sie.
Allerdings: ungesättigte Fettsäuren wie sie in der Margarine enthalten sind, verringern die Wirkung des wichtigen Vitamin E im Körper, weshalb Moser zum Verzehr von "Butter in Maßen" statt Margarine rät.
Die Nahrung selbst muss nicht unbedingt an einem erhöhten Wert schuld sein, dafür können auch äußere Umstände verantwortlich sein. Vom grundsätzlichen Verzicht auf Butter, Eier oder Fleisch oder von einer Cholesterin senkenden Diät hält sie deshalb nichts. Sie rät, zunächst Ursachenforschung zu betreiben. So können Stress, ein Infekt oder ein Schicksalsschlag am Tag der Untersuchung die Werte in die Höhe treiben. Auch ein übermäßiger Kaffeegenuss kann sich entsprechend auswirken. Wie Wissenschaftler festgestellt haben, gebe es in armen Ländern mit geringem Fleischverzehr auch überhöhte Werte, während in Ländern, in denen der Fleischverzehr gar extrem hoch ist, dies nicht grundsätzlich der Fall ist.
Moser plädiert für eine vollwertige Ernährung und einen vernünftigen Verzehr von Lebensmitteln "in diskretem Maß: All zu viel, egal wovon, macht krank, ein zu wenig ebenso!". Und es gelte weiterhin, was Großmutter schon predigte: Man sollte jeden Bissen 30 bis 40 Mal kauen. |