Um gesund zu sein bedarf es eines ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalts im Körper. Oder mit anderen Worten: der pH-Wert im Blut muss stimmen. Doch bei vielen Menschen stimmt er eben nicht. Sie essen zu viel tierisches Eiweiß, bewegen sich zu wenig und stehen ständig unter Stress. Die Folge sind Allergien, Diabetes, Antriebschwäche, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Migräne, Unkonzentriertheit. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. „Wenn sich alle richtig ernähren würden und ihr soziales Umfeld in Ordnung bringen, würde so manche Erkrankung von selbst verschwinden“, war sich Irene Moser sicher.
Die Heilpraktikerin aus Freudenstadt gab am Freitagabend im Rahmen ihres „Gesundheitsstammtisches“ wieder einmal so manches aus ihrem angesammelten Wissen preis. Sie tat es humorvoll, überzeugend, nicht lehrmeisterhaft und schon gar nicht missionarisch. Sie weiß um die Grenzen der der Naturheilkunde. Sie weiß aber auch um ihre Chancen. Und sie hütet keineswegs ihr Wissen. „Ich möchte informieren und einen Weg aufzeigen, den jeder selbst einschlagen kann und selbst einschlagen muss, wenn er etwas für seine Gesundheit tun will“, sagte sie.
Den „Gesundheitsstammtisch“ getragen von der Kreisvolkshochschule (KVHS) – gibt es inzwischen seit fast zwei Jahren. Wie groß das Interesse daran ist, zeigte sich am Freitag. Über 50 Leute füllten den Vortragssaal der KVHS. Es wurde eifrig mitgeschrieben, nachgefragt, diskutiert. Die Thematik „Krank durch Übersäuerung“ hatte Interessierte aus dem ganzen Kreis nach Freudenstadt pilgern lassen. Und Irene Moser enttäuschte sie nicht. Ihre direkte Ansprache, ihre Art der Wissensvermittlung, ihr Eingehen auf jede Frage machte den Abend kurzweilig und gewinnbringend.
Nicht etwa Zitronen und Essiggurken machen sauer. Nein, es ist vor allem der Kaffee, aber auch der Schwarz- und Grüntee, der im hohen Maße säurebildend ist. Übersäuerung ist aber auch die Folge einer falschen Ernährung: Es wird zuviel Fleisch, zu viel Wurst, zu viel Käse, zu viel Quark und Joghurt gegessen. Basisch machen Kartoffeln, Gemüse, Obst (mit Einschränkung), Hülsenfrüchte, Leitungswasser, Kräutertee, Buttermilch. Auch gekaut werden soll ordentlich und frische Luft getankt, „denn Sauerstoffmangel kann zu einer Verschiebung des pH-Wertes im Blut kommen“.
Mit ganz praktischen Tipps kam Irene Moser daher, riet zum Trinken von abgekochtem Leitungswasser und ganz schwachen Kräutertees. Sie warnte vor Fertiggerichten des hohen Phosphorgehalts wegen, der dem Körper Kalzium entzieht. Sie riet zum Schaffen „kleiner Inseln“ im Alltag der Seelenhygiene wegen. Sie beantwortete auch randständige Fragen mit großem Ernst und ließ den mahnenden Zeigefinger außen vor. „In diskretem Maß kann alles gegessen und getrunken werden“, sagte sie und auch, dass ein gesunder Organismus von selbst bestrebt ist, ins Gleichgewicht zu kommen. Nur, wenn’s hier und dort zwackt und es keine plausible Erklärung dafür zu geben scheint, dann sollte auch mal in Erwägung gezogen werden, dass der Körper möglicherweise sauer reagiert.
INFO Der nächste Gesundheitsstammtisch mit Irene Moser in der Kreisvolkshochschule ist am Freitag, 5. März, 19.30 Uhr, und hat die “Frühjahrsmüdigkeit“ zum Thema.