Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf den Gesundheitsschutz / Kalorienarm und reich an Vitaminen / Pflanzliche Lebensmittel fünfmal täglich
Von Irene Moser
Freudenstadt (sb). Zum 50-jährigen Bestehen des Naturheilvereins Freudenstadt veröffentlicht der „Schwarzwälder Bote“ eine Serie mit Gesundheitstipps. Heute geht es um das Thema „Bioaktive Substanzen in Obst und Gemüse“.
„Bio-Ware ist teuer“, hört man immer wieder. Letztlich kommt es aber nicht auf das Einkommen bei der Entscheidung für Bioprodukte sondern auf die Einstellung an (Gesundheit beginnt im Kopf).
Bioprodukte sind zwar tatsächlich bis 50 Prozent teurer als konventionelle Lebensmittel. Die Kunden kaufen dann in der Regel allerdings weniger Fleisch, Alkohol, Süßigkeiten und Fertigprodukte und sparen so die Mehrausgaben wieder ein.
Schon vor 2000 Jahren legte der griechische Arzt Hippokrates seinen Patienten den Leitsatz „Eure Nahrungsmittel sollen Eure Heilmittel und Eure Heilmittel sollen Eure Nahrungsmittel sein“ ans Herz. Diese Lehre spielte früher eine große Rolle, verlor aber mit dem Aufkommen der modernen Medizin an Bedeutung. Inzwischen sind Hippokrates und andere Heilkundige von der Wissenschaft weitgehend rehabilitiert. Schon seit geraumer Zeit ist die pharmakologische Wirkung der Nahrung ein Thema intensiver Forschung. Die Ansichten Hippokrates bestätigten sich dabei. Vor allem die pflanzlichen Lebensmittel erwiesen sich als reine Fundgrube für bioaktive Substanzen.
Von Bedeutung sind die so genannten sekundären Pflanzenstoffe, die sich hinter so fremdartigen Namen wie Glucosinat, Polyphenole und Phytoöstrogene verbergen. Gemüse und Obst:“Nimm fünf am Tag!“ lautet eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Gemüse und Obst bilden den besten Gesundheitsschutz. Denn sie sind kalorienarm und reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Vor allem enthalten sie sekundäre Pflanzenstoffe, von denen mehr als 10 000 Schutzstoffe bekannt sind. Essen sollte man drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag, zum Beispiel zum Frühstück Joghurt mit frischen Früchten, vormittags ein Glas Gemüsesaft, mittags eine Portion Gemüse, nachmittags einen Apfel und abends einen Salat.
Unterscheidet sich Obst und Gemüse hinsichtlich der protektiven Wirkung? Im Gemüse ist die Stoffpalette insgesamt breiter und bietet einen noch besseren Schutz. Gemüse kommt auch in den Essgewohnheiten in der Bevölkerung noch viel zu kurz.
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G E S U N D H E I T S T I P P S |
Knoblauch und sämtliche Kohlarten wie Brokkoli, Weiß- und Rotkohl sind besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen. Da viele Substanzen hitzeempfindlich sind, empfiehlt es sich, das Gemüse wenig zu erhitzen oder roh zu essen. Wenn möglich sollte auf das Schälen verzichtet werden. Manche sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem die Carotinoide, lösen sich nur im Fett. Um die Verwertung dieses bioaktiven Stoffes zu verbessern, sollte man carotionoidhaltiges Gemüse, wie zum Beispiel Karotten, stets mit etwas Fett zubereiten, am besten mit einem guten Pflanzenöl. In vielen pflanzlichen Lebensmitteln sind Schutzstoffe enthalten, denen eine krebshemmende Wirkung zugeschrieben wird, wobei Knoblauch an der Spitze liegt. Danach folgen zum Beispiel Weißkohl, Sojabohnen, Karotten, Sellerie und Zwiebeln. |